Herzschlaufe Seetal Veloland-Route 599

Lenzburg - Seon - Teufental - Schlierbach - Beromünster - Eschenbach

Beschreibung

Auf Panoramalagen durch Aargauer und Luzerner Landschaften "Westast" 

Wer sich für den Westast entscheidet, wird üppig beschenkt mit einem Mehrgangmenu aus Landschaften, Kulturgütern, Ausblicken und Abfahrten. Die 65 Kilometer bieten einen wahrlich ausgiebigen Tour d‘horizon in Gebiete, die man wohl kaum kennt, selbst wenn man unweit davon entfernt wohnt. Aber alles der Reihe nach.

Kaum hat man Lenzburg verlassen, schlingt sich die Strecke um Hügel, führt entlang von unbekannten Talschaften und öffnet den Blick auf Schlösser und eindrucksvolle Gebäude. Im Dorf Staufen erhebt sich aus der Ebene der 100 Meter hohe Staufberg, mit der bekannten Kirche am obersten Punkt. Die prächtigen Glasmalereien aus dem Jahr 1420 sind ein Kulturgut erster Ranges. Schon bald erreicht man Schafisheim. Die Gemeinde hat mit dem vielen unbekannten «Schlössli» ein verborgenes Juwel zu bieten, das sich zu entdecken lohnt. Noch ist man im dicht besiedelten Gürtel des Mittellandes, dem man aber nach und nach entschwindet.

Bereits hinter Seon tun sich Wälder auf, in denen man sich hoffnungslos verfahren würde, wären da nicht die vertrauten 599-Schilder, die durch den Forst führen. Hier herrschten einst die Ritter der Liebegg, einem nahen Schloss, das man beim Waldausgang in Teufenthal auf einer Anhöhe entdeckt. Eine Sandsteinhöhle am Fusse des Schlosses lädt zum Picknick oder zur Erkundungstour.

In Teufenthal quert man das Wynental, welches durch eine Vorortsbahn mit dem Kantonshauptort Aarau verbunden ist. Unweit der Herzschlaufe ist die Trostburg zu finden,
eine beschauliche Anlage mit Zinnen und Türmen, die noch heute das Berner Wappen trägt, als übriggebliebenes Zeichen der einstigen Herren über den Aargau. Nach und nach entflieht die Herzschlaufe dem belebten Talboden und schlängelt sich in die steilen Hügel Richtung dem Ruedertal, das auch das Aargauer Emmental genannt wird. Tapfer schiebt uns der FLYER empor, so dass wir bald auf einer Kretenlage weit über den Talschaften wandeln. Hier ist das Velofahren einfach grandios! Nur selten muss man die Strasse mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug oder einem Cabrio auf Ausflugsfahrt teilen. Wie schmuck doch der unbekannte Aargau sein kann!

Auf dem Böhler quert man kurz die Strasse, dann geht es weiter auf der Krete, die man nur ungerne wieder verlässt. Im vorliegenden Fall macht man eine Ausnahme, denn unten im Tal lockt ein Schloss samt Gasthaus und Mikro-Brauerei. Wir befinden uns in Schlossrued im Ruedertal. Besagtes Bier mundet vorzüglich unter den schattenspendenden Bäumen der Gartenterrasse.

Nach erfolgter Stärkung von Mensch und Maschine geht es wieder bergan. Hier beginnt
sie, diese erstaunliche Passage über kilometerweite Höhenlagen, Erholung pur ohne Störung der Zivilisaton, gelegentlich drapiert mit einem Bauernhaus oder einem rumpelnden Traktor. Unbemerkt wechselt man den Kanton, allenfalls verraten durch einen verwitterten Grenzstein, der noch besagten Bären aus früherer Zeit trägt. Wir haben das Seetal unbemerkt verlassen, sind zwei Täler weiter, beklagen uns aber nicht. Hier lässt sich famos velofahren. Die Aussicht bietet Voralpen und Alpen in Hülle und Fülle. Der Napf grüsst mit grüner Frisur, der Pilatus winkt mit weisser Mütze. Singend rollen die Räder in die Hochebene von Beromünster hinab.
Der Flecken gleicht einer kleinen Stadt, gekrönt von klerikalen Prachtsbauten, und ist
von wunderbarer historischer Kompaktheit. Man fühlt sich wohl in einer der Gaststuben, Sonnenterrassen oder Konditoreien im Städtchen Beromünster. Die «Analog-Natives» erinnern sich noch an Radio Beromünster, die Jungen wissen bereits nicht mehr, was UKW heisst. Ultra Kool Wave.

Frisch gestärkt durch kulinarische und klerikale Energien werfen wir uns in die letzte Passage dieser splendiden Etappe. Wir rollen dezent durch den noblen Golfplatz Sempachersee und geben letzte Tipps in Sachen Seitenwind. Das Idyll wird überragt von der Kapelle Gormund. Das Wallfahrtskirchlein sitzt auf einem Hügel dieser Hochebene und empfängt den Gast mit seiner besinnlichen Ruhe.

In Gundolinge vereinigen sich die Routen 94, 99, 599 und führen nun gemeinsam über Urswil nach Räckebrunne bei Eschenbach. Hier ist der südliche Wendepunkt der Herzschlaufe. Wer zum Bahnhof oder zur Mietstation nach Eschenbach muss, folgt der Herzroute Richtung Zug, wer gleich noch den Ostast anhängen möchte biegt links ab und macht sich auf Richtung Hohenrain. Und wer noch Abenteuerlust verspürt, kann in weniger als einer Stunde die Stadt Luzern erreichen, wo trendige Bars den richtigen Rahmen bieten, um das Erlebte genussvoll nachklingen zu lassen.

Tipps

Akku-Wechselstation auf der Strecke: 

Details

Start / Ziel Lenzburg / Eschenbach
Region
Aargau
Luzern / Zentralschweiz
Eignung alle ab 16 Jahren
Signalisation 599
Distanz 65km
Höhendifferenz 1010m
Fahrzeit max. 5 h
Anforderung Mittel
E-Bike Touren

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